Die letzte, kurze Etappe des Mariazeller Gründerwegs führt von Gußwerk teilweise über die alte Bahntrasse entlang der Salza hinauf auf den Sigmundsberg mit der dem heiligen Sigismund geweihten Kapelle, die einen ersten Blick auf das nahe Ziel Mariazell bietet. Vorbei am JUFA gelangt der Weg nach Rasing – hier führt der Mariazeller Gründerweg unmittelbar am Ursprungsfelsen vorbei, der in der Legende um die Gründung Mariazells eine bedeutsame Rolle spielt und so symbolisch an die Anfänge des Wallfahrtsorts erinnert: Dieser Felsen soll Mönch Magnus auf seinem Weg von St. Lambrecht in die Mariazeller Gegend den Weg versperrt haben. Nach einem Gebet zur Gottesmutter soll sich der Fels gespalten haben, sodass Magnus seinen Weg fortsetzen konnte. Heute sieht man hier tatsächlich ein zweigeteiltes Felsstück. Der Bundesstraße folgend geht es schließlich direkt in den Gnadenort hinein, wo eine Allee den letzten Aufstieg hinauf zur Basilika Mariazell mit ihrer Magna Mater Austriae weist.

See, Meditationstext, Aufbrechen:

Auf-brechen

Aufbrechen

Einen ersten Schritt wagen

Aus bequemer Sicherheit

in unbekanntes Dunkel treten

 

Den festen Boden verlassend

das schwankende Boot besteigen

wie Petrus

den der Glaube

über das Wasser trug

 

Aufbrechen

Sich vorbehaltlos

auf den Weg machen

Altvertrautes zurücklassen

Sich den Unebenheiten

Steigungen und Gefahren

des Weges stellen

seinen Schönheiten und Wundern

sich öffnen

 

Einen ersten Schritt wagen

ohne noch den zweiten zu kennen

ohne die haltende Hand zu spüren

Ohne ihn gibt es kein Vorwärts

keinen Weg

 

Es gibt kein Glück 

ohne das Wagnis des Vertrauens

Friederike Stadler

Gußwerk – Mariazell

Die Etappe erstreckt sich über 4.6 Kilometer und dauert in der Regel 1:50 Stunden.