Vilshofen an der Donau (DE) – Braunau am Inn
- 79.1 Kilometer
- 5:12 Stunden
Auf einer Strecke von rund 31 Kilometern führt der WolfgangRadWeg in vier Etappen vom oberpfälzischen Regensburg an die Ufer des Wolfgangsees im Salzkammergut und zeichnet damit den Lebensweg des heiligen Wolfgangs nach: vom einflussreichen Bischof und Reformer in Regensburg hin zum Suchenden, der in der Einsamkeit der Berge rund um den Wolfgangsee die Nähe Gottes fand. Der Pilgerweg spiegelt das Balancieren zwischen Vita activa, dem Wirken in der Welt, und Vita contemplativa, dem Innehalten in der Stille, wider. Damit trifft der Lebensentwurf des Heiligen, der bewies, dass man erst in der Stille die Kraft findet, die Welt zu verändern, auf ein großes Bedürfnis der Gegenwart.
Die Spuren des heiligen Wolfgang ziehen sich quer durch ganz Europa – inzwischen existiert ein Netz an Wolfgangwegen, die Wolfgangorte miteinander verbinden. Denn für Pilgerinnen und Pilger ist er noch immer ein wichtiger Impulsgeber: Denn Zeit seines Lebens verwirklichte er seine Berufung für die Welt mit offenen Augen und offenen Ohren, vor allem aber mit einem offenen Herzen – in Predigt und Mission, in Pflege und Erziehung, in Wissenschaft und Bildung. Der heilige Wolfgang lehrt so, die Zeichen der Zeit zu erkennen, und fordert zum mutigen und engagierten Handeln auf.
Parallel zum Fußpilgerweg wurde ein Radpilgerweg entwickelt, der sich an der Wegführung des Fußpilgerweges orientiert: Seinen Ausgang nimmt der WolfgangRadWeg an der Basilika St. Emmeram in Regensburg, der Grabstätte des Heiligen. Die Etappen führen zunächst von der Donau über Straubing bis Vilshofen, dann über Bad Griesbach und Braunau nach Mattighofen. Dort vereinen sich der Fuß- und der Radpilgerweg dann wieder zu einem gemeinsamen Pilgerweg, der erst in der reich ausgestatteten Wallfahrtskirche St. Wolfgang im Salzkammergut mit dem Pacher-Hochaltar und der Wolfgangkapelle endet.
Angesichts des Lebenszeugnisses des heiligen Wolfgang spüren Menschen auf dem WolfgangRadWeg die zunehmende Sehnsucht nach Reduktion – es geht um die Frage: „Was trägt mich, wenn ich die Insignien meiner Macht und meines Alltags ablege?“ Der WolfgangRadWeg lehrt so, dass Größe nicht im Festhalten, sondern im Loslassen liegt.