Falkensteinkapelle

Wolfgangweg

  • Oberösterreich, Salzburg
  • 280.4 Kilometer
  • 74 Stunden
  • Mittelschwer Schwierigkeit
  • 0 Angebote
  • 0 Begleitpersonen

Auf einer Strecke von rund 280 Kilometern führt der Wolfgangweg in elf Etappen vom oberpfälzischen Regensburg an die Ufer des Wolfgangsees im Salzkammergut und zeichnet damit den Lebensweg des heiligen Wolfgangs nach: vom einflussreichen Bischof und Reformer in Regensburg hin zum Suchenden, der in der Einsamkeit der Berge rund um den Wolfgangsee die Nähe Gottes fand. Der Pilgerweg spiegelt das Balancieren zwischen Vita activa, dem Wirken in der Welt, und Vita contemplativa, dem Innehalten in der Stille, wider. Damit trifft der Lebensentwurf des Heiligen, der bewies, dass man erst in der Stille die Kraft findet, die Welt zu verändern, auf ein großes Bedürfnis der Gegenwart.

 

Die Spuren des heiligen Wolfgang ziehen sich quer durch ganz Europa – inzwischen existiert ein Netz an Wolfgangwegen, die Wolfgangorte miteinander verbinden. Denn für Pilgerinnen und Pilger ist er noch immer ein wichtiger Impulsgeber: Denn Zeit seines Lebens verwirklichte er seine Berufung für die Welt mit offenen Augen und offenen Ohren, vor allem aber mit einem offenen Herzen – in Predigt und Mission, in Pflege und Erziehung, in Wissenschaft und Bildung. Der heilige Wolfgang lehrt so, die Zeichen der Zeit zu erkennen, und fordert zum mutigen und engagierten Handeln auf.

 

Seinen Ausgang nimmt der Wolfgangweg an der Basilika St. Emmeram in Regensburg, der Grabstätte des Heiligen. Der Regensburger Dom symbolisiert schließlich Wolfgangs Wirken als Hirte und Intellektueller. In Richtung Pfakofen überquert der Wolfgangweg die Große Laber und passiert vor dem Kloster Mallersdorf Steine mit spirituellen Impulsen. Nach Greilsberg erreicht der Weg Landshut, wo die gotische Martinskirche mit 130,6 Metern den höchsten Backsteinturm der Welt für sich beanspruchen darf. Über den Hofberg führt die Route weiter nach Vilsbiburg mit der Wallfahrtskirche Maria Hilf. Auf Wiesen- und Waldwegen verläuft der Weg anschließend nach Neumarkt-Sankt Veit und erreicht in weiterer Folge den bayerischen Gnadenort Altötting als spirituellen Ankerpunkt. Durch den Öttinger Forst, vorbei an Unter- und Oberemmerting sowie Mehring führt der Wolfgangweg schließlich an die deutsch-österreichische Grenze nach Burghausen mit der längsten Burganlage Deutschlands. 

 

Die letzten vier Etappen des Wolfgangwegs führen durch Österreich: Nach Überqueren der Salzach in Burghausen gelangen Pilgerinnen und Pilger über Mattighofen und Straßwalchen nach Mondsee, wo der landschaftliche und spirituelle Höhepunkt des Wolfgangwegs nahe ist. Denn am Falkenstein bei St. Wolfgang im Salzkammergut soll sich der berühmte „Hacklwurf“ ereignet haben; hier rang der Heilige um seine Bestimmung und warf eine Axt, um den Bauplatz für seine Kirche zu finden – ein Symbol für das bedingungslose Vertrauen in die göttliche Führung. Nach dem Durchschreiten der engen Felsspalten und dem Läuten der Wunschglocke als Sinnbild für das Loslassen alter Lasten führt der Wolfgangweg Pilgerinnen und Pilger weiter zum finalen Ziel, der reich ausgestatteten Wallfahrtskirche St. Wolfgang im Salzkammergut mit dem Pacher-Hochaltar und der Wolfgangkapelle. 

 

Im Hinblick auf das Lebenszeugnis des heiligen Wolfgang spüren Menschen auf dem Wolfgangweg die zunehmende Sehnsucht nach Reduktion – es geht um die Frage: „Was trägt mich, wenn ich die Insignien meiner Macht und meines Alltags ablege?“ Der Wolfgangweg lehrt so, dass Größe nicht im Festhalten, sondern im Loslassen liegt. 

Wolfgangweg

Der Weg erstreckt sich über 280.4 Kilometer und dauert in der Regel 74 Stunden.
Er führt durch folgende Bundesländer: Oberösterreich, Salzburg.

4 Etappen