• Niederösterreich, Steiermark
  • 120.6 Kilometer
  • 36 Stunden
  • Schwer Schwierigkeit
  • 0 Angebote
  • 0 Begleitpersonen

Als ältester Pilgerweg Österreichs führt die Via Sacra, die „heilige Straße“, auf rund 120 Kilometern zur „Magna Mater Austriae“. Seit dem zwölften Jahrhundert folgen Menschen aller Stände – selbst Kaiser, Könige und Päpste – diesem Weg von Wien nach Mariazell, getragen von einer spirituellen Sehnsucht, die eine zeitlose ist. 

 

Seit Jahrhunderten gilt Mariazell als einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Europas: Zurück reicht die Geschichte des Ortes in das Jahr 1157, als Abt Otker aus dem Stift St. Lambrecht einen Mönch namens Magnus mit einer Marienstatue aus St. Lambrechter Lindenholz aussandte, um im heutigen Mariazellerland seelsorgerisch zu wirken. Magnus stellte seine Marienstatue auf einen Baumstrunk und errichtete eine Zelle, um die der spätere Ort Mariazell herumwuchs. Herzstück der heutigen gotischen Basilika aus dem 14. Jahrhundert ist das Gnadenbild in der sogenannten Gnadenkapelle: eine spätromantische Statue der Gottesmutter Maria, auch bekannt als „Magna Mater Austriae“, „Magna Domina Hungarorum“ und „Mater Gentium Slavorum“. Für die Habsburger wurde Mariazell im 17. Jahrhundert zum Reichsheiligtum und die „Magna Mater Austriae“ zur Schutzpatronin der Dynastie. Kaiser Joseph II. verbot zwar 1787 alle Wallfahrten, nach seinem Tod stieg die Schar der Wallfahrerinnen und Wallfahrer nach Mariazell mit einer bunten Vielfalt an Sprachen und Kulturen aber sofort wieder sprunghaft an. 

 

Spirituelle Kraftorte entlang der traditionellen Via Sacra sind die Zisterzienserstifte Heiligenkreuz und Lilienfeld sowie die Wallfahrtskirchen Klein-Mariazell und Annaberg. Vom südlichen Stadtrand Wiens bei der „Spinnerin am Kreuz“ bis nach Mariazell säumen außerdem zahlreiche kleinere, aber durchaus kunsthistorisch bedeutsame Kirchen, Kapellen und Bildstöcke die „Mutter aller Pilgerwege“ im Herzen Mitteleuropas. 

 

Die eher leichte Wanderung von Brunn am Gebirge nach Mariazell lässt sich von Pilgerinnen und Pilgern mit guter Kondition in vier Etappen bewältigen. Landschaftlich zeigt die Via Sacra dabei eine eindrucksvolle Wandlung mit spiritueller Dimension: Der Weg führt schrittweise aus Hektik und Lärm des urbanen Raums heraus in die Stille der sanften Hügel von Wienerwald und Mostviertel, bis er sich schließlich in den alpinen Ausläufern an Erhabenheit steigert. Die heiligen drei Berge – Annaberg, Joachimsberg und Josefsberg – bilden schließlich die symbolische Pforte zum Ötscherland und bereiten auf die Begegnung mit der „Magna Mater Austriae“ in Mariazell vor. Für Pilgerinnen und Pilger ist die Basilika Mariazell darum nicht einfach nur der Endpunkt des Weges, sondern ein Ankommen. 

Via Sacra

Der Weg erstreckt sich über 120.6 Kilometer und dauert in der Regel 36 Stunden.
Er führt durch folgende Bundesländer: Niederösterreich, Steiermark.