Admont – Lassing
- 26.4 Kilometer
- 7:30 Stunden
Sternförmig führt das Netzwerk der Hemmapilgerwege aus verschiedenen Himmelsrichtungen in sechs Varianten, reich an spirituellen und kulturellen Schätzen, nach Gurk, um in der hundertsäuligen Krypta des Gurker Domes am Grab der heiligen Hemma, der Schutzpatronin Kärntens, innezuhalten: Aus Slowenien führt die erste Variante von Sveta Ana über den Loiblpass, während die zweite Variante von Črna na Koroškem über den Seeberg verläuft – beide Wege vereinen sich in Kärnten bei der Wallfahrtskirche Maria Hilf ob Guttaring zu einem gemeinsamen Weg. Wer in der Steiermark aufbricht, wählt die Route von der Hemma-Stiftung Stift Admont über das Stift St. Lambrecht oder startet alternativ in St. Hemma bei Edelschrott. In Kärnten bilden die Stiftskirche Millstatt und die Turracher Höhe zwei weitere markante Ausgangspunkte.
Entstanden sind die Hemmapilgerwege aus der Krainer Wallfahrt – der ursprüngliche Anlass für die Wallfahrt nach Gurk findet sich in der Legendenschilderung: Die Überlieferung berichtet, dass Hemma im slowenischen Škofja Loka eine Kirche errichten wollte, aber durch die Bevölkerung vertrieben wurde. Nach zu beklagenden Missernten versuchte die Krainer Bevölkerung, Hemma durch die Abhaltung einer Wallfahrt nach Gurk wieder zu versöhnen. Dieses Beten mit Füßen konnte erstmals für das Jahr 1607 nachgewiesen werden und erhielt fortan die Bezeichnung Krainer Wallfahrt. Diese mit Beginn des Zweiten Weltkriegs eingestellte Tradition einer jährlichen Wallfahrt wurde Ende des 20. Jahrhunderts wiederbelebt und ab 2003 ein neues, völkerverbindendes Wegenetz mit verschiedenen Profilen, Längen und Schwierigkeiten aufgebaut.
Die Route aus dem steirischen Admont verläuft in sieben Etappen auf rund 187 Kilometern von Stift Admont, einer Gründung der heiligen Hemma, über Lassing, den Donnersbachwald, Oberwölz und Murau zum Stift St. Lambrecht, bevor sie über das Metnitztal das Ziel Gurk erreicht.
Als eine der prägendsten europäischen Frauen des elften Jahrhunderts, Stifterin der Klöster Gurk und Admont, verkörpert die heilige Hemma bis heute bescheidenes Handeln, soziales Engagement, weitsichtige Fürsorge und gelebte Nächstenliebe. Rasch kamen Menschen nach Hemmas Tod aus ganz Europa ins Gurktal, um mit ihrer Fürsprache ihre Anliegen vor Gott zu bringen – und tun es bis heute.

