Feldkirch – Rankweil
- 11 Kilometer
Insgesamt acht Stationen zwischen Feldkirch und Dornbirn auf dem 35 Kilometer langen Weg der Menschlichkeit sollen dazu anregen, Schritt für Schritt der Menschlichkeit auf den Grund zu „gehen“ und im Innehalten der Frage „nachzugehen“, was es heißt, Mensch zu sein. Prinzipiell ist der Weg der Menschlichkeit in nur einer Etappe konzipiert, in der Praxis wird der insgesamt eher leichte, gut begehbare Weg jedoch meist in zwei Etappen bewältigt.
Der Weg der Menschlichkeit durch das Rheintal lebt landschaftlich von Wechsel und Vielgestaltigkeit der Räume: Von Feldkirch führt der Weg durch Neustadt, Rösslepark und Felsenau hinauf nach Göfis und weiter nach Rankweil. Danach folgt er dem Rheintalweg über Sulz, Röthis, Weiler und Klaus, steigt bei Mathions Wiese und der Örflaschlucht an, wechselt über den Römerweg nach Altach, streift Hohenems am Bergfuß und erreicht schließlich entlang der Dornbirner Ach die Kirche St. Martin.
Äußere und innere Bewegung verbinden sich auf dem Weg der Menschlichkeit und laden an acht, interreligiösen und -kulturellen Stationen dazu ein, der (eigenen) Menschlichkeit in ihren verschiedenen Facetten auf den Grund zu gehen: Diese Stationen auf dem Weg sind der Dom St. Nikolaus in Feldkirch, die Gedenkstätte des seligen Carl Lampert in Göfis, das Landeskrankenhaus Rankweil, die Landesgedächtniskapelle Rankweil, der islamische Friedhof in Altach, der jüdische Friedhof in Hohenems, die Josefskapelle in Unterklien und die Carl-Lampert-Kapelle in Dornbirn – Menschlichkeit erscheint hier an konkreten Orten, an denen Gewissen, Leid, Würde, Vergänglichkeit, Respekt und Geschichte spürbar werden. Wer diesen Weg geht, ist eingeladen, sich von ihm sammeln und verwandeln zu lassen.
Spiritueller Wegbegleiter auf dem Weg der Menschlichkeit ist der selige Carl Lampert (1894–1944) mit seinem Satz „Dass Menschen wieder Menschen werden …“. Der aus Göfis stammende Priester, der vom nationalsozialistischen Regime ermordet wurde, steht für Haltung mit Richtung, Standhaftigkeit ohne Härte, Glaube ohne Enge und vor allem für Menschlichkeit, wo Unrecht und Entwürdigung den Menschen zu brechen versuchen. Die Erinnerung an ihn wird auf dem Weg in Bewegung übersetzt – sein Lebenszeugnis inspiriert dazu, nicht beim Leid stehen zu bleiben, sondern im Gehen als Form des Nachdenkens, Betens und Wahrnehmens Halt, Gewissen und (Aus-)Richtung zu finden, ganz im Sinne einer Schule der Achtsamkeit für das eigene Leben, für die Würde anderer und für die Frage, was Menschlichkeit heute bedeutet. Daraus entsteht eine Form des Pilgerns, die auf Wachheit abzielt: Denn Menschlichkeit erscheint hier als Aufgabe, als etwas, dem man „nachgehen“ muss, aufmerksam, offen und … Schritt für Schritt.