Thaur – Mieders
- 24.9 Kilometer
- 7:00 Stunden
Hans Staud
Der Romediusweg führt als rund 189 Kilometer langer, grenzüberschreitender Pilgerweg in zwölf anspruchsvollen Etappen von Thaur in Tirol über die Alpen bis zum Wallfahrtsort San Romedio im italienischen Trentino. Rund 9600 Höhenmeter sind unterwegs zu bewältigen, auf dem Weg, den Wallfahrtsstätten, Kirchen und Bildstöcke säumen.
Namensgeber des Wegs ist der heilige Romedius. Er gilt als Schutzpatron jener Menschen, die pilgernd oder wandernd unterwegs sind. Der Legende nach entstammte er dem Adelsgeschlecht der Burg zu Thaur, verschenkte Hab und Gut für seine Pilgerreise nach Rom und lebte fortan mit den Pilgergefährten Abraham und David als Einsiedler in Tavon auf dem Nonsberg im Trentino. Er soll mit einem gezähmten Bären, der zuvor sein Pferd zerfleischt hatte, nach Trient geritten sein. So zeigen Heiligendarstellungen oft einen Pilgerstab, eine Pilgermuschel und einen Bären.
Ausgehend von der Romediuskirche (Romedikirchl) im östlich von Innsbruck gelegenen Thaur führt der Romediusweg nach Mieders. Über Maria Waldrast, Wallfahrtskirche des Servitenordens am Fuße der Serles, verläuft der Weg weiter in das verwinkelte Haufendorf Trins. Nach dem Obernberger See überquert der Romediusweg am Portjoch schließlich die österreichisch-italienische Grenze und führt über Innerpflersch, Maiern im Ridnauntal, St. Martin am Schneeberg, Pfelders, Meran, Völlan, Unsere Liebe Frau im Walde/St. Felix und Romeno nach San Romedio, dem Ort der Grablege des heiligen Romedius.
Der Romediusweg wurde im Jahr 2014 anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Diözese Innsbruck, die zuvor Teil der Diözese Brixen war, eröffnet und verbindet unter dem Motto „3 Länder, 2 Sprachen, 1 Heiliger“ nun die beiden Diözesen miteinander. Ein Jahr zuvor hatten Bergwanderführer Hans Staud und Pfarrer Martin Ferner begonnen, sich mit dem Schutzpatron der Pilgerinnen und Pilger auseinanderzusetzen und auf Basis verschiedener historischer Aufzeichnungen und Landkarten versucht, dessen historischen Weg über die Alpen zu rekonstruieren: „Welchen Weg der heilige Romedius genommen hat, wissen wir nicht genau und somit auch nicht, ob dieser Weg noch existiert. Trotzdem haben wir uns aufgemacht und sind, wenn auch nicht auf seinem Weg, so doch seinen Spuren nachgegangen.“ Und beim Folgen dieser Spuren auf dem Romediusweg überschreitet man Grenzen – nicht nur jene zwischen Nordtirol, Südtirol und dem Trentino, sondern auch die eigenen.
